Soziale Beziehungen sind ein wichtiger Baustein für emotionale Stabilität. Sie können Anlass für Inspiration, Freude und Zufriedenheit sein. Das kann gelingen, wenn wir uns in ein soziales Netz einbringen, in dem wir durch Geben und Nehmen Unterstützung erfahren und wir Unterstützung geben.

Für den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer ist das Mitgefühl die Grundlage der Moral. Von Kind auf werden wir mit der Vorstellung von Güte und Mitgefühl geimpft. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, gute Taten nutzen sowohl dem Geber als auch dem Empfänger.

Hilfsbereitschaft verursacht Glücksgefühle

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass glückliche Menschen öfters selbstlos handeln und viel Zeit darauf verwenden, anderen zu helfen.

In einem Experiment sollten zwei Gruppen über einen Zeitraum von sechs Wochen fünf gute Taten vollbringen.

Eine Gruppe davon sollte die fünf Taten an einem Tag durchführen, die andere Gruppe verteilt auf mehrere Tage. Das Ergebnis war überraschend. Großzügigkeit und Aufmerksamkeit machten die Teilnehmer glücklicher. Dies war ganz stark bei der Gruppe zu erkennen, welche ihre Großzügigkeit auf einen einzigen Tag konzentrierten.

Wenn wir gute Taten auf mehrere Tage verteilen, dann sind sie weniger spürbar als wenn sie konzentriert auf einen Tag erfolgen. Wichtig ist, dass diese Tätigkeiten aus freien Stücken durchgeführt und nicht als Pflicht gesehen werden. Wenn wir anderen helfen, fühlen wir uns privilegiert und dankbar. Anderen Unterstützung und Trost zu geben, kann auch eine willkommene Ablenkung von eigenen Problemen und Grübeleien darstellen.

Hilfsbereitschaft verändert die Selbstwahrnehmung und führt zu mehr Selbstvertrauen und Optimismus und gibt das Gefühl, nützlich zu sein. Wir erkennen unsere Fähigkeiten, Ressourcen und Kenntnisse und bekommen den Eindruck, unser Leben im Griff zu haben. Darüber hinaus erlernen wir neue Fertigkeiten und erweitern unsere soziale Kompetenz.

Hilfsbereitschaft führt zu einer Verringerung depressiver Symptome und führt zu einem Anstieg des Glücksempfindens und des Selbstwertgefühls.

Gutes tun motiviert und stärkt die Gesundheit

Eine Langzeitstudie von drei Jahren ergab ein interessantes Ergebnis. Fünf Frauen die an Multiple Sklerose (MS) erkrankt waren, hatten sich freiwillig bereit erklärt, 67 anderen MS-Patienten zu helfen, ihnen aktiv zuzuhören und jedem Patienten pro Monat 15 Minuten widmen. Diese Frauen zeigten im Laufe der drei Jahre ein gestiegenes Gefühl der Zufriedenheit und des Selbstvertrauens. Sie berichteten, dass sich ihr Leben durch diese freiwilligen Arbeiten dramatisch zum Positiven verändert hat, da ihre Aufmerksamkeit nicht mehr nur auf ihre eigenen Probleme gerichtet ist.

Dazu brauchen wir weder Talent noch Zeit noch Geld. Die gute Tat muss weder großartig noch kompliziert sein.

Ideen für gute Taten: Eltern anbieten, ihre Kinder zu hüten, einen Freund besuchen, der jemanden zum Zuhören brauchte, jemanden anlächeln, obwohl es im Moment vielleicht nicht leicht fällt, für jemanden etwas kochen, bei der Gartenarbeit helfen, die Kassiererin im Supermarkt anlächeln, grüßen oder sich bedanken…

Soziale Beziehungen pflegen

Lebensumstände wie Gesundheit, Reichtum, Alter, Beruf, Nationalität, Wohnort, biografische Ereignisse, etc. haben kaum Einfluss auf unser Glück. Bekommen wir eine Lohnerhöhung, einen neuen PC oder einen Swimmingpool, so passen sich unsere Erwartungen dem Neuen an, und wir meinen immer mehr zu benötigen, um glücklich zu sein.

Dagegen gibt es einen starken Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen und Glück. Beziehungen sind wichtig und befriedigen mehrere überlebenswichtige Bedürfnisse, wie Zugehörigkeit und Unterstützung. Wir sind dann motiviert, feste, stabile und positive Beziehzungen aufzubauen. Partner und Freunde machen uns glücklich und zufrieden.

Beziehungen sind etwas Besonderes und Einmaliges und es lohnt sich, sie zu festigen, zu pflegen und zu genießen.

Quelle: „Glücklich sein“ – Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben, Sonja Lyubomirsky, Verlag Campus

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