Kreative Kommunikation statt Fehlerfokussierung bringt Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Die Realität in den Betrieben zeigt häufig große Defizite. In vielen Organisationen gehört mangelhafte Kommunikation zur Tagesordnung und das führt zu  großen Hindernissen für Wachstum und Kreativität. Mitarbeiter wollen ihr persönliches Wissen schützen, damit sie nicht so leicht austauschbar werden und Fehler werden in der Regel in irgendeiner Form bestraft..

Fehler-Fokussierung verhindert Produktivität

Viele Menschen haben gelernt, darauf zu schauen, was fehlt und haben einen Blick dafür, was nicht ganz in Ordnung ist. Ich schaffe es manchmal beim Durchblättern eines Dokumentes mit 20 Seiten auf Anhieb den einzigen Schreibfehler zu finden. Unsere Kommunikation im Alltag ist oft davon geprägt, dass wir nicht nur auf die Fehler achten sondern auch sofort einen Schuldigen suchen. In vielen Unternehmen gehört das zur Unternehmenskultur. Fehler zeigen mangelnde Kompetenz, Schwäche und stören das leistungsorientierte Selbstbild auf dem Weg der Karriere. Daher ist es für viele Menschen extrem wichtig, dass Fehler nur bei anderen passieren und diese Fehler klar aufgezeigt werden.

Fehler sind eine Investition für Optimierungen

In Organisationen, bei denen bei Fehlern primär die Schuldigen gesucht werden, ist diese Kultur ein Hauptgrund für schlechte Produktivität und unnötigen Stress. Leider gibt es viele Vorgesetzte, die dieses Verhalten fördern. Sie haben es selber nicht anders gelernt und glauben, dass es sie selber vor Angriffen schützt. Tatsächlich geht viel Energie in Schuldzuweisungen und Rechtfertigung verloren, die nachher für kreatives Arbeiten fehlt.
Henry Ford sagte einmal: Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Einer seiner Mitarbeiter hatte durch eine seiner Entscheidungen einen Schaden von über einer Million Dollar verursacht. Zerknirscht sagte er zu Henry Ford: „Selbstverständlich übernehme ich die Verantwortung für meinen Fehler und werde kündigen.“ – „Sind Sie verrückt“, antwortete dieser, Sie bleiben „ich habe gerade eine Million Dollar in Ihre Ausbildung investiert!“

Wie aus Vorwürfen gute Kommunikation wird.

Ein wichtiger Schritt zur Veränderung der Kommunikation ist die Analyse der Gesprächskultur. Vorwürfe sind ein Zeichen von Unzufriedenheit und unerfüllter Bedürfnisse in Kombination mit Schuldzuweisung. Dieser Cocktail verhindert Offenheit und Kreativität.
Hinter jedem Vorwurf steckt der Schmerz eines unerfüllten Bedürfnisses, sagt Marschall Rosenberg. Ein großer Schritt in der Kommunikation ist es, Bedürfnisse in Form von klaren Bitten auszudrücken, dann kann man sich viele Vorwürfe im Nachhinein sparen. Diese bringen ohnedies nichts, außer dass sich eine Person den Ärger von der Seele redet.
Das Gegenteil des Vorwurfes ergibt meist schon das Bedürfnis. Wenn der Vorgesetzte meint, Sie kommen immer zu spät, dann ist für ihn Pünktlichkeit ein wichtiges Bedürfnis. Oder wenn ein Kunde bei einer Reklamation schimpft, dass sich niemand darum kümmert, dann ist das ein Signal, dass er das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit hat. Wird dieses Bedürfnis erfüllt, dann kann er trotz der Reklamation zu einem guten Kunden werden.
Fehler passieren und wenn wir einen guten Umgang damit pflegen, ohne die Verursacher an den Pranger zu stellen und mit Vorwürfen einzudecken, dann sind sie die einmalige Chance für positive Entwicklungen.

Kultur der Fehlerfokussierung für sich positiv nutzen

Wie ein kreativer Umgang die Kultur der Fehlerfokussierung positiv nutzen kann, zeigt folgende Story:
An der Autobahnauffahrt Richtung Wien steht ein junger Mann mit einem Schild, auf dem „Salzburg“ steht. Ein Autofahrer bleibt stehen und erklärt dem Mann, dass er auf der falschen Auffahrt steht. Der junge Mann fragt den Autofahrer ob er ihn mitnimmt. „Gerne, aber ich fahre nach Wien“, antwortet der Fahrer. „Genau dort will ich hin“, sagt der junge Mann. „Wenn ich aber auf das Schild „WIEN“ schreibe, bleibt niemand stehen.“

1 Antwort
  1. Anna
    Anna sagte:

    Vielen dank für den tollen Artikel und die ausführliche Information. Denke das der Artikel ziemlich hilfreich sein wird.

    Gruß Anna

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