BEZIEHUNGSKONFLIKTE

Beziehungskonflikte gehören zum Leben.

Geklärte Konflikte sind wichtige Bausteine für ein gesundes Wachstum einer Beziehung.
– Konflikte zeigen Unterschiede auf.
– Konflikte ermöglichen Klärung von unterschiedlichen Standpunkten.

– Konflikte sind der Boden für kreative Lösungen.

Die meisten Menschen haben jedoch nicht gelernt, mit Konflikten gut umzugehen. Einen großen Einfluss, wie wir mit Konflikten umgehen, haben das Elternhaus und frühe Erfahrungen im sozialen Umfeld.

Damit sich eine Paarbeziehung gut entwickeln kann,
brauchen beide ein Mindestmaß an Bereitschaft zur Klärung der Beziehungsonflikte. Vermiedene Konflikte tragen das Potential für eine Beziehungskrise in sich. Alles, was unter den Teppich gekehrt wurde, staut sich auf und kann zum falschen Zeitpunkt das Fass zum Überlaufen bringen.

Fitnesstraining für die Beziehung

Lassen Sie sich nicht durch ungelöste Konflikte die Beziehung

mies machen. Investieren Sie jetzt in die Zukunft Ihrer Beziehung. Wer sich ein ganzes Jahr schlecht ernährt und kein Training macht, wird keinen Marathon laufen können. Da ist konsequentes Training erforderlich.

Genauso wichtig ist regelmäßige Beziehungspflege und Training, damit die Beziehung in Schwung bleibt und krisenfest wird.

An der eigenen Persönlichkeit arbeiten den Anderen besser verstehen lernen

Kommunikationstraining zum besseren gegenseitigen Verstehen

regelmäßiges Konflikttraining Kostbare Momente feiern

Mit dem richtigen Training bringen sie Ihre Beziehung wieder fit.

In unseren Kommunikations- und Konflikttrainings erhalten Sie die richtigen Werkzeuge und bewährte Übungen, damit sie diese im Alltag gut einsetzen können.

Wir bieten regelmäßig Seminare zum achtsamen und wertschätzenden Umgang in der Partnerschaft und zur Konfliktlösung an.

Paarberatung durch ein erfahrenes Paar

Für Paare mit Beziehungskonflikte [https://wp.me/P4aTmx-bm] oder in einer akuten Krisensituation bieten wir eine fundierte

Paarberatung und Begleitung an. Soweit es terminlich möglich ist machen wir Paarberatung [http://coachingteam.info/persoenlich/paarberatung/] als Paar. Das hat den Vorteil, dass in der Beratung ein gutes Gleichgewicht gegeben ist und dass bei Bedarf auch Gespräche von Frau zu Frau oder von Mann zu Mann gemacht werden können.

Schauen Sie auf unsere aktuellen Termine und melden Sie sich zu einem unserer Angebote für die Partnerschaft an. Machen Sie jetzt ein Beziehungs-Service und Ihre Partnerschaft wird aufblühen.

KREATIVE KOMMUNIKATION STATT FEHLERFOKUSSIERUNG

Kreative Kommunikation statt Fehlerfokussierung
bringt Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Die Realität in den Betrieben zeigt häufig große Defizite. In vielen Organisationen gehört mangelhafte Kommunikation zur Tagesordnung und das führt zu großen Hindernissen für Wachstum und Kreativität. Mitarbeiter wollen ihr persönliches Wissen schützen, damit sie nicht so leicht austauschbar werden und Fehler werden in der Regel in irgendeiner Form bestraft..

Fehler-Fokussierung verhindert Produktivität

Viele Menschen haben gelernt, darauf zu schauen, was fehlt und haben einen Blick dafür, was nicht ganz in Ordnung ist. Ich schaffe es manchmal beim Durchblättern eines Dokumentes mit 20 Seiten auf Anhieb den einzigen Schreibfehler zu finden. Unsere Kommunikation im Alltag ist oft davon geprägt, dass wir nicht nur auf die Fehler achten sondern auch sofort einen Schuldigen suchen. In vielen Unternehmen gehört das zur Unternehmenskultur. Fehler zeigen mangelnde Kompetenz, Schwäche und stören das leistungsorientierte Selbstbild auf dem Weg der Karriere. Daher ist es für viele Menschen extrem wichtig, dass Fehler nur bei anderen passieren und diese Fehler klar aufgezeigt werden.

Fehler sind eine Investition für Optimierungen

In Organisationen, bei denen bei Fehlern primär die Schuldigen gesucht werden, ist diese Kultur ein Hauptgrund für schlechte Produktivität und unnötigen Stress. Leider gibt es viele Vorgesetzte, die dieses Verhalten fördern. Sie haben es selber nicht anders gelernt und glauben, dass es sie selber vor Angriffen schützt. Tatsächlich geht viel Energie in Schuldzuweisungen und Rechtfertigung verloren, die nachher für kreatives Arbeiten fehlt. Henry Ford sagte einmal: Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Einer seiner Mitarbeiter hatte durch eine seiner Entscheidungen einen Schaden von über einer Million Dollar verursacht. Zerknirscht sagte er zu Henry Ford: „Selbstverständlich übernehme ich die Verantwortung für meinen Fehler und werde kündigen.“ – „Sind Sie verrückt“, antwortete dieser, Sie bleiben „ich habe gerade eine Million Dollar in Ihre Ausbildung investiert!“

Wie aus Vorwürfen gute Kommunikation wird.

Ein wichtiger Schritt zur Veränderung der Kommunikation ist die Analyse der Gesprächskultur. Vorwürfe sind ein Zeichen von Unzufriedenheit und unerfüllter Bedürfnisse in Kombination mit Schuldzuweisung. Dieser Cocktail verhindert Offenheit und Kreativität.

Hinter jedem Vorwurf steckt der Schmerz eines unerfüllten Bedürfnisses, sagt Marschall Rosenberg. Ein großer Schritt in der Kommunikation ist es, Bedürfnisse in Form von klaren Bitten auszudrücken, dann kann man sich viele Vorwürfe im Nachhinein sparen. Diese bringen ohnedies nichts, außer dass sich eine Person den Ärger von der Seele redet.

Das Gegenteil des Vorwurfes ergibt meist schon das Bedürfnis. Wenn der Vorgesetzte meint, Sie kommen immer zu spät, dann ist für ihn Pünktlichkeit ein wichtiges Bedürfnis. Oder wenn ein Kunde bei einer Reklamation schimpft, dass sich niemand darum kümmert, dann ist das ein Signal, dass er das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit hat. Wird dieses Bedürfnis erfüllt, dann kann er trotz der Reklamation zu einem guten Kunden werden.

Fehler passieren und wenn wir einen guten Umgang damit pflegen, ohne die Verursacher an den Pranger zu stellen und mit Vorwürfen einzudecken, dann sind sie die einmalige Chance für positive Entwicklungen.

Kultur der Fehlerfokussierung für sich

positiv nutzen

Wie ein kreativer Umgang die Kultur der Fehlerfokussierung positiv nutzen kann, zeigt folgende Story:
An der Autobahnauffahrt Richtung Wien steht ein junger Mann mit einem Schild, auf dem „Salzburg“ steht. Ein Autofahrer bleibt stehen und erklärt dem Mann, dass er auf der falschen Auffahrt steht. Der junge Mann fragt den Autofahrer ob er ihn mitnimmt. „Gerne, aber ich fahre nach Wien“, antwortet der Fahrer. „Genau dort will ich hin“, sagt der junge Mann. „Wenn ich aber auf das Schild „WIEN“ schreibe, bleibt niemand stehen.“

DIE EBENEN DER KOMMUNIKATION – DER ERSTE EINDRUCK ENTSCHEIDET

Der erste Eindruck entscheidet über die weitere Kommunikation.

Die erste Begegnung mit einem Menschen entscheidet oft wesentlich über den Verlauf einer Beziehung. Ob uns jemand sympathisch oder unsympathisch ist, registrieren wir in Sekundenbruchteilen über Signale der Körpersprache, auch wenn wir diese Person vorher noch nie gesehen haben.

Unsere Vorurteile über Menschen, die wir zum ersten Mal sehen, haben wir in einer Viertelsekunde gefällt. Das kann ein möglicher Bonus oder eine Last werden.
Stellen Sie sich vor, der Personal-Verantwortliche hat vom Bewerber diesen ersten Eindruck gespeichert und dann kommen die Tests und Befragungen. Die Wahrnehmung dieser Person wird subjektiv über den Filter des ersten Eindruckes selektiert. Wenn der Bewerber beim ersten Eindruck schlecht abschneidet, wird es schwierig sein, dieses Minus durch Leistung und gute Zeugnisse wieder aufzuholen.

Jede Kommunikation verläuft auf zwei Ebenen und beide Ebenen werden von folgenden Faktoren beeinflusst:
• Die Gesprächssituation (gestresst, entspannt, etc.)
• Die Beziehung und Stellung zum Gesprächspartner (das Machtgefälle)

• Die eigenen Prägungen durch das Elternhaus, Kultur, Werte und Normen

• Die Persönlichkeit der Gesprächspartner
• Die Mentalität und Kultur der Gesprächspartner

Ebene 1: Inhalts und Logikebene

Auf der Inhaltsebene werden die logischen Argumente gesendet. Dabei es kommt auf die Verpackung an und das sind Sprache und Stimme. Der Ton macht die Musik, sagen wir. Sprachmelodie und angepasste Geschwindigkeit, sowie Pausen und Nachdenk-Laute wie äh, mhm, etc… haben Einfluss, ob mir jemand sympathisch ist und die Botschaft gut ankommt. Am Telefon hat das noch mehr Gewicht als im persönlichen Gespräch, denn die Stimme sagt auch viel über meinen Gefühlszustand aus. Habe ich eine feste oder zittrige Stimme, wenn ich etwas Wichtiges mitteile?

Die Stimme wird automatisch leiser, wenn wir unsicher sind, sie wird bestimmt, wenn wir uns sicher fühlen und lauter wenn wir zornig sind oder uns nicht verstanden fühlen.

Ebene 2: Beziehungsebene

80 % unserer Nervenenden sind mit einem Körperteil verbunden und daher haben alle unsere Gedanken und Gefühle Auswirkungen auf unseren Körper. Diese Ebene wird daher auch dann über die Körpersprache transportiert, wenn wir es lieber verbergen wollen.

a. Mimik

Vielen Menschen sieht man in ihrem Gesicht den Gemütszustand an.
Jede Gefühlsregung spiegelt sich wider. Oft sind es minimale Veränderungen des Gesichts.

• Pupillen weiten oder verengen sich
• Der Blick verändert sich
• die Augenlider sind mehr oder weniger geschlossen • Augenbrauen heben oder senken sich
• Mundwinkel gehen nach oben oder unten
• Falten glätten oder vertiefen sich

b. Gestik

Gestik kann bewusst oder unbewusst erfolgen, wie die folgenden Beispiele zeigen.
-winken – Begrüßung, Abschied, sich bemerkbar machen, …
– Hände einladend oder abwehrend bewegen,…

– Berührung (z.B. streicheln – Freund, Kind, Tier, …)
Nervosität, Unsicherheit und Verlegenheit lassen uns unbewusst mit der Hand am Kopf oder im Gesicht herumfummeln. –Nase reiben, am Kopf kratzen etc.

c. Körperhaltung

In der Kommunikation ist der Hauptanteil der Körperhaltung unbewusst von unserem Nervensystem gesteuert. Daher ist es im Gespräch wichtig, darauf zu achten und durch Rückfragen der Ursache auf den Grund zu gehen. Dabei sollte man nicht die Wahrnehmung ansprechen, weil das Widerstand und Abwehr verursachen könnte. Körpersignale sind aber eine Chance, Bedürfnisse aufzuspüren, die bisher noch nicht beachtet wurden.

Beispiele für Körperhaltung:

Bewusste Reaktion:

Jemand sieht, dass sich eine Person naht, mit der kein Gespräch gewünscht ist, dann wird sich derjenige abwenden. Unbewusste Reaktionen:
Annäherung: Aufmerksamkeit vermittelt durch vorgeneigten Oberkörper.

Rückzug/ Ablehnung: Zurücklehnen oder Abwenden.
Anmaßung: Stolz, Arroganz oder Überheblichkeit vorgewölbte Brust, geraden oder zurückgelehnten Oberkörper, erhobenen Kopf
Hemmung, Depression, Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit: schlaffer Oberkörper, gebeugten Kopf, herabhängende Schultern und eingefallenen Brustkorb.
Ein wichtiges Werkzeug für gute Kommunikation ist Aktives Zuhören:
– Blickkontakt
Die Wahrnehmung, vom Anderen wahrgenommen zu werden, schafft einen Kanal für Empathie.
– Durch Körpersprache Aufmerksamkeit signalisieren
– Paraphrasieren – d.h. Kernaussagen sinngemäß wiederholen. Besonders wirksam zeigt es sich, wenn ich die gleichen Schlüsselwörter verwende, wie der Sprecher.
Auf Aussagen über Gefühle und Bedürfnisse achten und diese in Frageform ansprechen.

VERLETZTE SEELE- AUSLÖSER FÜR KONFLIKTE

Auslöser für Konflikte liegen oft weit zurück. An den banalen Dingen des Alltags entzünden sich oftmals Konflikte, die uns lange beschäftigen. Bei den einen ist es die Zahnpastatube, bei anderen der offene Klodeckel. Der Konflikt wird zwar durch eine aktuelle Wahrnehmung los getreten, die wahre Ursache für die Explosion ist allerdings häufig eine getriggerte alte Verletzung.

Ein Postkasten als Trigger für alte Verletzungen

Da die Mauer unseres Hauses dringend eine Sanierung brauchte, rückten vor kurzem die Bauarbeiter an. Eine Lampe, einige

Schalter und der Postkasten mussten dafür demontiert werden. Eine gute Gelegenheit, einen neuen Postkasten zu besorgen. Etwas größer sollte er sein als der bisherige, doch dann würde er an der bisherigen Position im Eingangsbereich stören.

Als die Bauarbeiter das Feld geräumt hatten und der neue Verputz trocken war, schritt ich ans Werk. Mit dem neuen Postkasten in den Händen probierte ich verschiedene Positionen, bis ich einen guten Platz dafür fand. Jetzt musste ich nur noch meine Frau von der neuen Platzierung des Postkastens überzeugen. Am besten soll sie mir gleich beim Montieren helfen, dachte ich mir. Dann wird es eine gemeinsame Arbeit, die alleine ohnehin mühsam ist und außerdem kann sie dann später nicht sagen: „Warum hast du den Postkasten nicht woanders hingegeben?“

Bewertung der Wahrnehmung führt zum Gefühl

Ich holte die Bohrmaschine, Schrauben und Dübel und da kam meine Allerliebste auch schon wie gerufen aus dem Garten. Zu zweit hatten wir schnell die optimale Position gefunden und entschieden. Für die exakte Montage holte ich ein Maßband. Als ich eine knappe Minute später wieder kam, war meine Frau verschwunden und das Gartentor verschlossen. Ich war ratlos. Wir wollten doch den Postkasten montieren. Während der Ärger in mir hoch stieg, sortierte ich meine Handlungsmöglichkeiten. Laut nach ihr rufen – die Nachbarn würden wahrscheinlich schneller da sein als sie. Den Schlüssel für das Gartentor holen und meine Frau suchen war eine andere Möglichkeit. Sie war einfach gegangen und hat mich allein gelassen!

Der Druck auf den Auslöseknopf

Ich spürte, wie sich neben dem Ärger der Schmerz über das Alleingelassen sein und eine Trotzhaltung in mir ausbreiteten, was zu einem inneren Dialog führten: „Ich krieg das auch alleine hin. Ich brauche sie gar nicht dazu!“ Es war etwas mühsam, den Postkasten ohne Assistentin zu montieren, denn ich habe leider nur zwei Hände. Doch schließlich schaffte ich es. Nur noch den Staub aufkehren und fertig. Der Besen war in der Gartenhütte. Also holte ich den Schlüssel zum Gartentor und entdeckte meine Frau im Garten. Sie lag gemütlich im Liegestuhl und ließ sich die Sonne auf ihr glücklich lächelndes Gesicht scheinen. Welcher

Frevel: Mich alleine lassen und sich in die Sonne legen. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und ließ meinem Ärger freien Lauf. Meine Allerliebste sah mich verwundert an und sagte nicht sehr viel. Doch ein Satz traf mich voll. „Wenn du was von mir willst, brauche ich klare Anweisungen!“ Da hörte ich meine eigenen Worte, die ich bei anderen Gelegenheiten gerne ihr gegenüber verwendet hatte. Meine Frau hatte mich mit meinen eigenen Argumenten geschlagen. Sollte ich jetzt lachen oder mich weiter ärgern? Ich suhlte mich noch eine Weile im Ärger, während ich aufkehrte. Meine Frau kam, um mein Werk zu bewundern und während wir gemeinsam aufräumten, ergab sich die Gelegenheit, die Situation zu klären.

Dass meine Frau unerwartet verschwunden war, als ich ihre Hilfe erwartete, stellte sich als Auslöser für eine alte Verletzung aus der Kindheit heraus. Darum reagierte ich heftig und trotzig und mein Handlungsspielraum engte sich ein. Als mich meine Frau mit meiner eigenen Weisheit konfrontierte, erkannte ich ihre Lernfähigkeit und dass auch ich nichts erwarten darf, was ich nicht ausspreche. Bedürfnisse klar auszudrücken ist ein wunderbares Werkzeug, welches Missverständnissen vorbeugt.

Veränderung ist möglich

Tipp: Gehen Sie den letzten Streit noch einmal in Gedanken durch. Was war der Auslöser? Durch welche Worte oder Verhaltensweisen wurden Sie besonders getroffen? Hat es Sie an frühere Konfliktsituationen erinnert. Wie haben Sie darauf reagiert? Nehmen Sie sich Zeit, wahrzunehmen, welche Erinnerungen, Gedanken oder Bilder auftauchen. Sind bestimmte Muster zu erkennen, wie Ihre Konflikte ablaufen? Das bewusst machen der inneren Abläufe in einer Situation ist ein wichtiger Schritt zur Veränderung und zur Heilung alter Verletzungen.

RICHTIG STREITEN

Streiten ist gesund und hat positive Auswirkungen auf den Kreislauf und das allgemeine Wohlbefinden. Das bestätigen mehrere Studien zu diesem Thema. Ärger unterdrücken wirkt sich dagegen negativ auf das Immunsystem aus und das kann lebensverkürzend sein.

Entscheidend für die positive Wirkung von Streit ist eine gute Streitkultur. Ärger ausdrücken und seine Wünsche benennen führt zu einem Gefühl der Selbstkontrolle und zu Optimismus. Menschen, die sich gegenüber der Meinung anderer gut abgrenzen können, sind außerdem erfolgreicher und zufriedener als solche, die um des lieben Friedens Willen Ärger hinunterschlucken. Diese leiden wesentlich öfter an Beschwerden des Magen- Darmtraktes und anderen psychosomatischen Beschwerden. Unterdrückter Ärger führt zum Anstieg des Stresshormones Cortisol, wodurch das Immunsystem geschwächt wird. Offen miteinander streiten und eine gute Lösung finden, kann zur Ausschüttung von Glückshormonen führen. Dadurch werden Beziehungen sowohl im Beruf als auch im Privatleben gestärkt. Bei Langzeituntersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass zufriedene Menschen eine höhere Lebenserwartung haben.

Wie können wir richtig streiten?

Die meisten Menschen wollen in Frieden leben und haben ganz bestimmte Vorstellungen, was sie dazu brauchen. Sobald jemand diesen Zustand stört, kommen wir in Stress und es kommt zum Konflikt. Die Ursache kann der Partner sein, der zu viel Geld ausgegeben hat, der Nachbar, der zur falschen Zeit Rasen mäht oder der Chef, der fünf Minuten vor Arbeitsende noch mit einem wichtigen Auftrag kommt, der unbedingt noch erledigt werden muss.

Oder: Ein Kollege parkte mehrmals auf deinem reservierten Firmenparkplatz und du musstest daher einige Runden fahren und weit weg vom Tor parken. Die typische Reaktion ist, dass dir der Kragen platzt und du den Kollegen zur Rede stellst: „Ständig stehst du mit deinem Auto auf meinem Parkplatz … Ein Wort gibt das andere und die Situation eskaliert.

Als eine Möglichkeit zur positiven Konfliktklärung hat sich das 4- Schritte Programm nach M. Rosenberg bewährt.

Schritt 1: Problem benennen. Was habe ich wahrgenommen (was stört mich), ohne zu bewerten. Das klingt sehr einfach, doch bei genauem Hinsehen merken wir, dass wir es in unserem Sprachgebrauch gewohnt sind, zu werten und zu verurteilen. Verallgemeinerungen wie, „das machst du immer so“ oder „schon wieder tust du das,“ verschärfen die Situation. Wichtig ist, dass nur die aktuelle Wahrnehmung angesprochen wird.

„Diese Woche hast du zwei Mal auf meinem Parkplatz geparkt.“

Schritt 2: Die eigenen Gefühle wahrnehmen und ansprechen. Das hilft, die Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, bevor sie sich verstärken und Macht über mich bekommen. Ebenso ist es wichtig, sich in den anderen einzufühlen. Wenn mich etwas ärgert, hat das meist damit zu tun, dass ich den anderen für sein Verhalten verurteile.

„Ich bin irritiert, weil jeder von uns einen reservierten Parkplatz hat.“

Schritt 3: Bedürfnisse benennen. Die meisten Menschen können zwar sagen, was sie stört aber sie können nicht gut ausdrücken, was sie wirklich möchten. Wenn wir unsere Bedürfnisse und Wünsche aussprechen, geben wir dem anderen die Möglichkeit zum besseren Verstehen. Die Realität ist meist viel komplexer als Beispiele. Überprüfe daher, wie du deine Bedürfnisse ausdrückst. Vielleicht beginnst du viele Aussagen mit: „Ich mag es nicht…“. „Ich kann es nicht leiden, wenn …“. Mich stört es, wenn …“ beginnen. Bedürfnisse sind immer positive Ausdrücke. Z.B. „Mir ist Ordnung wichtig.“

In unserem Beispiel: „Mir ist wichtig, dass wir unsere Parkordnung einhalten.“

Schritt 4: Konkrete Bitte formulieren. Diese muss positiv formuliert und sachlich überprüfbar sein, sonst ist es ein frommer Wunsch, der nicht erfüllbar ist und zum nächsten Konflikt führen wird. Nachdem Konflikte meist durch verschieden Sichtweisen und Standpunkte entstehen, ist es oft notwendig, darüber zu verhandeln, wie eine Bitte erfüllt werden soll. In jeder Verhandlung soll die Regel: „Beziehung geht vor Sachergebnis“ immer im Vordergrund stehen. Dann können gute Ergebnisse erzielt werden, mit denen beide Seiten zufrieden sind.

Beispiel: Bitte benutze deinen eigenen Parkplatz.

Damit dieses 4-Schritte Programm in der Praxis gut umgesetzt werden kann, ist etwas Übung notwendig und eine Grundhaltung der Wertschätzung. Nach Rosenberg tun die meisten Menschen nicht etwas gegen den anderen, sondern was sie tun, tun sie für sich. Und dabei kommen sie sich oft genug in die Quere.